REINE MÄNNERSACHE

Prostata-Check-Up

Ein älterer Mann mit Brille sitzt entspannt auf einem Segelboot und genießt die Aussicht auf das Wasser und die Berge im Hintergrund. Er trägt ein hellblaues Hemd und khakifarbene Shorts.
Portrait eines lächelnden Mannes mit Bart, der eine Brille trägt und ein Shirt mit Kragen hat. Der Hintergrund ist schlicht und neutral.

Die Prostatauntersuchung dauert nur wenige Minuten und ist völlig schmerzfrei.

Christian Erdmann – Facharzt für Urologie und Andrologie

Die Prostata liegt unterhalb der Harnblase und umschließt einen Teil der Harnröhre. Sie bildet einen Teil der Samenflüssigkeit. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Prostata bei vielen Männern: Eine gutartige Vergrößerung kann die Harnröhre einengen und Beschwerden beim Wasserlassen verursachen. Auch Entzündungen der Prostata können auftreten und sollten bei entsprechenden Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Viele Tumoren wachsen langsam und würden die Gesundheit möglicherweise nie beeinträchtigen. Andere können sich aggressiver entwickeln. Moderne Früherkennung soll deshalb vor allem behandlungsbedürftige Erkrankungen erkennen und zugleich unnötige Untersuchungen und Behandlungen vermeiden.

Was ist Prostatakrebs und wer hat ein erhöhtes Risiko?

Im Jahr 2023 erhielten in Deutschland schätzungsweise 79.600 Männer die Diagnose Prostatakrebs. Das Risiko steigt deutlich mit dem Alter. Eine Diagnose sagt jedoch für sich genommen noch wenig darüber aus, wie sich ein Tumor verhalten wird. Entscheidend ist, ob er auf die Prostata begrenzt bleibt, wie schnell er wächst und ob eine Behandlung nötig ist.

Auch die familiäre Vorgeschichte spielt eine Rolle. Wenn nahe Angehörige an Prostatakrebs erkrankt sind oder in der Familie bestimmte erblich bedingte Krebserkrankungen vorkommen, kann eine frühere und individuell angepasste Abklärung sinnvoll sein. Sprechen Sie uns auf solche Erkrankungen in Ihrer Familie an. Wir berücksichtigen diese Informationen bei der Beratung.

Wie läuft die Früherkennung ab?

Am Anfang steht ein Gespräch über Ihr Alter, Ihre familiäre Vorgeschichte und die Vor- und Nachteile der Früherkennung. Wenn Sie sich danach für eine Untersuchung entscheiden, ist die Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA) im Blut die zentrale Methode. PSA ist ein Eiweiß, das überwiegend in der Prostata gebildet wird. Ein erhöhter Wert kann verschiedene Ursachen haben, etwa eine gutartige Vergrößerung oder eine Entzündung. Er bedeutet nicht automatisch Krebs. Umgekehrt schließt ein niedriger Wert Krebs nicht mit letzter Sicherheit aus.

Wir beurteilen den PSA-Wert deshalb im Zusammenhang mit Ihrem persönlichen Risiko. Ist er erhöht, wird die Messung unter Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren zunächst kontrolliert. Bestätigt sich der Befund, folgt eine urologische Einordnung. Wenn dabei der Verdacht auf ein relevantes Prostatakarzinom bestehen bleibt, ist in der Regel eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata der nächste Schritt vor einer möglichen Biopsie.

PSA-Test

Blutprobe für einen PSA-Test in einer Laborszene, wobei die Probe in einem gelben Röhrchen gehalten wird. Im Hintergrund sind mehrere Probenbehälter zu sehen.

Beim prostataspezifischen Antigen (PSA) handelt es sich um ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird. Dieses ist im Blut nachweisbar. Der normale Wert beträgt etwa zwischen 0 und 2 bis 2,5 Nanogramm pro Milliliter (ng/ml). Die Konzentration des PSA-Wertes steigt um ein Vielfaches an, wenn ein Prostatakarzinom vorliegt. Der PSA-Test ist jedoch nicht zuverlässig und sollte wiederholt werden, denn auch eine Prostatitis, eine BPH oder körperliche Aktivitäten vor dem Test können den Wert ansteigen lassen. Regelmäßige Kontrollen sind deswegen für eine Früherkennung unbedingt notwendig, besonders, wenn der Wert über 4 ng/ml liegt. Bei etwa der Hälfte der Männer mit einem PSA-Wert von 10 ng/ml und höher liegt ein Prostatakarzinom vor.

Welche Rolle spielt der Ultraschall

Transrektaler Ultraschall (TRUS), Darstellung der Ultraschalluntersuchung zur Biopsie von verdächtigem Gewebe. Die Abbildung zeigt die Verwendung einer Ultraschallsonde und Biopsienadel im Beckenbereich.

Ein transrektaler Ultraschall kann Größe und Aufbau der Prostata beurteilen. Aus dem PSA-Wert und dem gemessenen Prostatavolumen lässt sich die PSA-Dichte berechnen. Sie hilft, einen auffälligen PSA-Wert genauer einzuordnen. Der herkömmliche Ultraschall allein erkennt Prostatakrebs jedoch nicht zuverlässig und ersetzt bei entsprechendem Verdacht weder die MRT noch die weitere urologische Abklärung.

Was passiert, wenn sich der Verdacht bestätigt?

Äußert der Arzt seinen Verdacht auf Prostatakrebs, dann kann er nur durch eine Biopsie, bei der unter örtlicher Betäubung eine Gewebeprobe entnommen wird, den Verdacht bestätigen oder ausschließen. Glücklicherweise kann in den meisten Fällen nach einer Biopsie ein Prostatakrebsverdacht nicht bestätigt werden.

Bei einer positiven Biopsie, das heißt, wenn ein Tumor nachgewiesen werden kann, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass er behandelt werden muss. Allerdings ist die Diagnose für den Betroffenen zunächst einen Schock und stellt eine Belastung dar, die seine Lebensqualität einschränken kann, auch wenn der Tumor in Zukunft vielleicht gar nicht weiter wächst oder niemals streut. Deshalb reicht es häufig, das Prostatakarzinom zu überwachen, weiterhin zu beobachten und regelmäßig zu untersuchen.

Wird der Tumor früh erkannt und hat noch keine Metastasen gebildet bzw. ist nur lokal auf die Prostata begrenzt, kann er meist vollständig operativ entfernt werden. Dabei können Bestrahlungen oder eine Prostatektomie, das heißt eine vollständige Entfernung der Prostata, für eine Heilung notwendig sein.

Wird das Karzinom erst spät entdeckt und ist schon in einem fortgeschrittenen Stadium bzw. streut, dann können lediglich das Tumorwachstum durch Hormonentzug gehemmt und die symptomatischen Beschwerden behandelt werden.

Bei Patienten mit hohem Alter ist abzuwägen, ob die einzelnen Therapien überhaupt sinnvoll sind.

Wie lässt sich das Risiko senken?

Gegen ein hohes Alter und die erbliche Veranlagung kann freilich keiner etwas tun. Doch eine gesunde Lebensführung kann das Risiko, an Krebs zu erkranken, aber auch andere Krankheiten zu erleiden, mindern sowie einen Krankheitsverlauf deutlich positiv beeinflussen. Dazu zählen in erster Linie ein Verzicht auf das Zigarettenrauchen und ein geringer Alkoholkonsum. Weiterhin ist es förderlich, durch körperliche Aktivität und eine gesunde bzw. abwechslungsreiche Ernährung, ein angemessenes Körpergewicht zu halten und fit zu bleiben. Zudem sind eine positive Einstellung zum Leben und das Vermeiden von psychischem bzw. physischem Stress wichtig für das eigene Wohlbefinden sowie die Gesundheit.

Tun Sie sich selbst den Gefallen und nehmen sie an Früherkennungsmaßnahmen teil. Je eher, desto besser: Männer sollten sich im Alter zwischen 45 und 50 Jahren bzw. jene, die in Bezug auf Prostatakrebs familiär belastet sind, bereits ab 40 Jahren, einem Prostata-Check-Up inklusive PSA-Test unterziehen. Eine intensive Beratung sowie regelmäßige Untersuchungen können die Lebensqualität, auch bei einer eventuellen Diagnose, erheblich maximieren.

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Wichtiger Hinweis

Alle unsere Empfehlungen sind sorgfältig geprüft und für gesunde Erwachsene über 18 Jahre gedacht.

Die Artikel ersetzen jedoch keinen professionellen medizinischen Rat. Konsultieren Sie einen Arzt, bevor Sie eine Ernährungsumstellung vornehmen oder ein neues Fitnessprogramm beginnen – insbesondere, wenn Sie in der Vergangenheit gesundheitliche Beschwerden hatten.

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